

Title
Respect Code Film
In Folge der MeToo-Debatte stellt der Respect Code, nach Gründung der Themis Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt e.V. im Jahre 2018, den zweiten – überreifen – Schritt in die richtige Richtung dar. Viele Branchenteilnehmer hatten dieser Notwendigkeit bereits zuvor durch interne Regularien und Richtlinien sowie durch arbeitsvertragliche Klarstellungen Rechnung getragen. Diese Dynamik wurde durch den Respect Code aufgegriffen und vereinheitlicht.
Ziel des umfangreichen Respect Codes ist es, ein hierarchieübergreifendes, positives, von gegenseitigem Respekt geprägtes, professionelles Arbeitsklima für Freie und abhängig Beschäftigte in der Film- und Fernsehbranche zu schaffen und zu etablieren. Diese sollen sich in einem angstfreien Umfeld bewegen können.
Die Initiative für den Respect Code ging von der Produktionsallianz, dem Bundesverband Schauspiel e. V. (BFFS) und der Gewerkschaft Ver.di aus. Unter Beratung der Themis Vertrauensstelle e. V., der BG ETEM und mit Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) wurde der Respect Code schließlich von einer Gruppe aus Branchenvertreter*innen von Verbänden, Programmveranstaltern, Streamingdiensten, Filmschaffenden und Förderern erstellt.
Adressat des Respect Codes sind alle Produktions- und beauftragten Unternehmen, die in irgendeiner Form bei der Herstellung eines Filmwerks mitwirken sowie alle an der Herstellung des Filmwerks beteiligten Personen, unabhängig von ihrer Funktion.
Der Respect Code gilt uneingeschränkt für alle Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Herstellung des Filmwerks in jeder Entwicklungs- und Produktionsphase. Hiervon umfasst sind folglich nicht nur Tätigkeiten am Set, sondern ebenso Vorbereitungshandlungen, Veranstaltungen, Dienstreisen etc.. Der Respect Code gilt hingegen nicht für Eigenproduktionen von Sendern. Hierfür existierende, interne Sendervereinbarungen und -richtlinien bleiben unberührt.
Neben dem Anwendungsbereich definiert der Respect Code unterschiedliche Grundsätze, die für seine Zielsetzung unerlässlich sind. So beschreibt er intolerables Verhalten und hebt die Verantwortlichkeiten der Führungskräfte näher hervor, die deren besonderen Fürsorgepflichten und Vorbildfunktionen mit sich bringen. Weiter benennt der Respect Code sowohl interne als auch externe Beratungs-/Anlaufstellen für Betroffene und weist dabei nochmal auf die bestehende gesetzliche Verpflichtung nach § 13 AGG hin. Daran anknüpfend listet der Respect Code weitere präventive Maßnahmen und konkrete Handlungsabläufe einschl. Konsequenzen im Falle von Zuwiderhandlungen. Dabei setzt der Respect Code die uneingeschränkte Anwendung aller arbeitsrechtlichen (insbesondere des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes und Arbeitsschutzgesetzes) und sonstigen gesetzlichen Regelungen voraus.
Insgesamt umfasst der Respect Code inhaltlich nur 14 Seiten und stellt damit eine einfach durchdringende, praxistaugliche Anleitung für alle Beteiligten dar, die als „lebendes Dokument“ jederzeit bei Bedarf angepasst werden kann.